Regeln zu Tiefdruckgebieten

Tiefdruckgebiete

Normalerweise strömt die Luft immer direkt vom hohen zum tiefen Luftdruck. Aufgrund der Corioliskraft, die durch die rotierende Erde entsteht und die Luftmassen auf der Nordhalbkugel immer nach rechts ablenkt, entstehen hier Hochdruckgebiete, aus denen die Luft im Uhrzeigersinn hinausströmt, und Tiefdruckgebiete, in denen die Luft gegen den Uhrzeigersinn hineinströmt. Auf der Südhalbkugel ist das genau umgekehrt. Auf der Nordhalbkugel der Erde strömt die Luft in einem Tiefdruckgebiet immer gegen den Uhrzeigersinn in das Tief hinein. Da die Luftmassen hier aufsteigen, kühlen sie sich ab und die Feuchte nimmt dabei zu. Es bilden sich Wolken und Regen. Daher sind Tiefdruckgebiete meistens Schlechtwettergebiete. Aber das muss nicht immer so sein. Besonders in alten Tiefs kann mitten im Kern auch strahlender Sonnenschein herrschen. Tiefdruckgebiete haben bestimmte Eigenschaften, was ihre ihre Entwicklung und Zuggeschwindigkeit angeht.

Regel 1:
Tiefdruckgebiete ziehen generell gern nach Nordosten. Je weiter sie nach Norden kommen, desto mehr ändert sich ihre Bewegungsrichtung nach Norden

Regel 2:
Ein junges Tief zieht meist in die Richtung der Isobaren des Warmsektors

Regel 3:
Ein Tief, dessen Kern länglich ist, zieht meist in die Längrichtung seines Kerns. Besitzt dieses Tief auch einen Warmsektor, dann zieht es nach der Warmsektorregel!

Regel 4:
Tiefdruckgebiete mit einem starken Druckgradienten (= enger Isobarenabstand) auf allen Seiten bewegen sich sehr langsam fort.

Regel 5:
Tiefdruckgebiete mit einem schwachen Druckgradienten (= großer Isobarenabstand) nach allen Seiten bewegen sich meist schnell fort.

Regel 6:
Zuggeschwindigkeiten von Tiefs:
jung: 25 - 30 Knoten (= 10 - 12 Breitengrade pro Tag)
alt (okkludiert): 10 bis 15 Knoten (= 4 bis 6 Breitengrade pro Tag)
im Sommer allgemein 5 - 10 Knoten weniger (= 2 bis 4 Breitengrade pro Tag)

Regel 7:
Ein Tief das sich auffüllt zieht erheblich langsamer als eines, das sich vertieft.

Regel 8:
Ein Tief intensiviert sich im Sommer deutlich, wenn es von der See zum Land übertritt. Im Winter ist das genau umgekehrt.

Regel 9:
Ein Randtief umkreist das Haupttief gegen den Uhrzeigersinn. Die Bewegung verläuft meist so, daß das Zentrum des Randtiefs nach 24 Stunden etwa auf der tiefsten 5-hPa-Isobare liegt, die Randtief und Haupttief noch gemeinsam verbindet (»Rodewald-Regel«).

Regel 10:
Beulen sich die Isobaren eines okkludierten Tiefs am Okklusionspunkt aus, so entsteht hier ein Teiltief. Es schwenkt jedoch nicht um das Haupttief herum, sondern zieht weiter in Richtung der Isobaren des Warmsektors oder schert sogar noch weiter nach rechts aus

Regel 11:
Ein Tiefdruckgebiet mit starkem Wind auf seiner Vorderseite wird bald stationär und beginnt sich abzuschwächen.

Regel 12:
Alte und stationäre Tiefs reaktivieren sich wieder, wenn junge Tiefs mit einbezogen werden oder wenn neue Kaltluft in ihre Rückseite oder neue Warmluft in ihre Vorderseite gelangt.

Regel 14:
Sind zwei oder auch mehrere Tiefkerne durch gemeinsame Isobaren verbunden, so rotieren beide um einen gemeinsamen Mittelpunkt (»Hantelprinzip«).

Regel 15:
Tiefdruckgebiete mit starker Isobarenkrümmung bewegen sich nur noch langsam fort oder bleiben stationär.

Regel 16:
Vollentwickelte Sturmtiefs bewegen sich häufig in Richtung ihrer stärksten Winde.

Regel 17:
Kaltlufttropfen sind Höhentiefs, die durch Abschnürung der Höhenströhenströmung entstehen und keinen Kontakt zum Erdboden haben. Sie erscheinen daher nicht in den Bodenwetterkarten, sind aber meist äußerst wetteraktiv mit Starkregenfällen und Gewittern und kaum prognostizierbar.

Regel 18:
Größere und festliegende Tiefs können noch lange Zeit lebensfähig bleiben, wenn sie sich an der Grenze zwischen kalter und warmer Unterlage (z. B. an der Küste) befinden.

Alle Angaben ohne Gewähr!!!

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