Regeln zum Wind

Wind

Normalerweise würde die Luft direkt vom hohen zum tiefen Luftdruck strömen. Durch die rotierende Erde entsteht aber eine Kraft, die wir Corioliskraft nennen, und die die strömenden Luftmassen auf der Nordhalbkugel immer nach rechts ablenkt. Dadurch entstehen Hochdruckgebiete, aus denen die Luft im Uhrzeigersinn hinausströmt; und Tiefdruckgebiete, in denen die Luft gegen den Uhrzeigersinn hineinströmt. Die Windstärke hängt vom Abstand der Isobaren ab (Druckgradient); je enger sie zusammenliegen, desto stärker auch der Wind dort! Aber die Windstärke hängt auch von der Krümmung der Isobaren und ihrer Art ab: Im Hochdruckgebiet (antizyklonale Krümmung) weht bei gleichem Isobarenabstand ein erheblich stärkerer Wind als im Tiefdruckgebiet (zyklonale Isobarenkrümmung). Diesen Wind der parallel zu den Isobaren weht, bezeichnet man auch als Gradientwind. Daneben hängt die Windstärke auch vom Breitengrad ab: Bei gleichem Isobarenabstand weht am Äquator ein erheblich stärkerer Wind als am Pol. Weiterhin beeinflusst auch noch die Bodenreibung den Wind: Sie führt zu einer Abnahme der Windgeschwindigkeit. Über See ist die Reibung nur sehr schwach; der wahre Bodenwind weht hier um ca. 10 % schwächer als der Gradientwind. Über Land ist diese Reibung erheblich stärker; der Bodenwind weht hier um ca. 20 bis 30 % schwächer als der Gradientwind. In einer Warmluftmasse ist die Windstärke außerdem um 20 % geringer als in einer vergleichbaren Kaltluftmasse.

 
Regel 1:
Wenn der Wind, der schon längere Zeit aus der gleichen Richtung kam, seine Richtung ändert, so deutet das auf eine Wetteränderung hin.

Regel 2:
Land- und Seewind sind ein Zeichen für anhaltendes Schönwetter.

Regel 3:
Vergrößert sich der Abstand zwischen einem Hoch und einem Tief, so nimmt die Windstärke dazwischen ab.

Regel 4:
Verringert sich der Abstand zwischen einem Hoch und einem Tief, so nimmt die Windstärke dazwischen zu.

Regel 5:
Bei Nordwestlagen mit Starkwind oder Sturm steht der Nordwestwind in der Nordsee länger, während er im Ostseeraum schneller abflaut (aufgrund der größeren Reibung).

Regel 6:
Dreht der Wind bei Annäherung einer Front nicht zurück, dann nähert sich eine Isobarenparallele oder »schleifende« Front.

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