Zuverlässigkeit der Wettervorhersagen

War früher alles besser?

Gutes WetterDie Antwort auf diese Frage ist ganz klar nein. Die Wissenschaft hat sich über all die Jahre weiter entwickelt - und damit sind auch die Prognosen zuverlässiger geworden. Als Faustregel gilt: Die Wettervorhersage für eine Woche ist heute so genau, wie die Prognose vor 50 Jahren für einen Tag. Wir sind heute also in der Lage, das Wetter für sieben ziemlich genau vorherzusagen. Aber warum, liegt dann der Wetterbericht so oft daneben? Nun das hat viele Faktoren.

Ganz allgemein ist es einfacher, die Temperatur vorherzusagen als die übrigen Wetterphänomene. Auch sind wechselnde Wetterlagen im Sommer schwerer zu prognostizieren als beständige Situationen. Im Sommer kommen schlicht und einfach viele plötzliche Phänomene hinzu - dazu aber später mehr.

Zunächst einmal noch eine gute Nachricht: Der Deutsche Wetterdienst kann inzwischen mit einer Genauigkeit von 90 Prozent die Temperatur für den kommenden Tag vorhersagen. Es erinnert sich nur keiner an den Tag, an dem der Wetterbericht Recht hatte. Im Gedächtnis bleiben die zehn Prozent, an denen der Wetterbericht einmal wieder daneben lag. Eine solche falsche Prognose wird von vielen Faktoren beeinflusst. Schließlich haben Meteorologen keine Glaskugel - sondern müssen sich auf Modellrechnungen verlassen. Und die haben auch im 21. Jahrhundert noch einige Schwächen.

Die Gründe für eine falsche Vorhersage

Für falsche vorhersagen gibt es im Wesentlichen zwei Gründe.

1. noch unverstandene Wetterphänome

Das, was in der Atmosphäre genau geschieht, ist der Wissenschaft noch nicht in allen Einzelheiten bekannt. Hier muss noch viel Grundlagenforschung betrieben werden, um alle Phänomene genau deuten zu können. So ist zum Beispiel das Zusammenspiel von Wärme und Feuchtigkeit am Boden und den tiefliegenden Luftschichten noch nicht genau erforscht. Dieses Zusammenspiel beeinflusst das Wetter aber enorm - und so kommt es immer wieder dazu, dass auch die Wissenschaft überrascht wird. Auch haben die Meteorologen noch nicht herausgefunden, was genau in der Atmosphäre geschieht. Das liegt vor allem daran, dass noch nicht alle notwendigen Daten erhoben werden können. Nicht an allen Orten stehen Wetterstationen - vor allem in schwer zugänglichen Gebirgen gibt es noch große Lücken. Der Wetterradar ist technisch noch nicht so weit, dass er wirklich alle Täler abdecken kann. Und auch Wetterballons sind noch nicht so weit entwickelt, dass sie diese Gebiete untersuchen können.

Das sind die Gründe dafür, dass die Wissenschaftler nicht genau wissen, was in der Atmosphäre passiert - und vor allem auch nicht wissen, wie und wann etwas geschieht. Die Zusammenhänge sind in vielen Fällen noch unklar - und können damit auch nicht in die Rechenmodelle eingetragen werden. Das führt immer wieder zu Ungenauigkeiten.

2. der nicht-vorhersehbare Teil des Wetters

Gewitter im AnmarschTrotz aller Technik, gibt es immer noch einen Teil des Wettergeschehens, den Wissenschaftler noch nicht vorhersehen können. Das Betrifft nicht die großen Phänomene wie Hoch- und Tiefdruckgebiete. Sondern vielmehr kleine Ereignisse, die auch einmal nur lokal auftreten können. Aber diese kleinen Ereignisse können das Wetter in einem großen Gebiet immens beeinflussen. So kann zum Beispiel ein Regenschauer in den Alpen das Wetter im gesamten Alpenraum verändern. Und dieser kleiner Regenschauer kann so plötzlich auftreten, dass ihn die Wissenschaftler nicht vorhersehen konnten. Auch sind die Wettermodelle noch nicht so genau, dass sie solch kleine Ereignisse mit erfassen können.

Rechenfehler erschweren die Prognose

Wir haben schon davon gesprochen, dass der Wettervorhersage ein Modell zugrunde liegt. Meteorologen schauen nicht einfach an den Himmel und wissen, wie das Wetter wird. Sie berechnen ihre Vorhersage. Und dafür brauchen sie eine Menge Daten. Diese werden von zahlreichen Messgeräten geliefert - und fließen alle in einem Computer zusammen. Dieser rechnet dann auf der Grundlage dieser vielen Messungen aus, wie das Wetter wird. Ein Prozess, der sehr viel Rechenleistung notwendig macht. Im Grunde sogar mehr Leistung, als wir heute zur Verfügung haben. Und das führt immer wieder zu kleinen Fehler in der Rechnung - und damit auch zu falschen Vorhersagen. Denn schon ein kleiner Fehler, kann dafür sorgen, dass der Wetterbericht ordentlich daneben liegt.