Online Wetterdienste

Wolkig in der Wetter AppWetterdienste gibt es im Netz wie Sand am Meer. Doch nicht alle halten auch das, was sie versprechen. Zwischen den einzelnen Anbietern gibt es große Qualitätsunterschiede. Nicht nur in Sachen Qualität der Vorhersagen. Auch bei der Bedienung gibt es große Unterschiede zu verzeichnen. Eine Entscheidung, die der Nutzer selbst treffen muss, ist die, ob es eine App sein soll oder ob er die Vorhersage auf einer Homepage lesen möchte. Nur wenige Anbieter haben beides im Programm. Auf dem deutschen Markt gibt es fünf Anbieter, die empfohlen werden können. Bei allen sind die Zusagen einigermaßen zutreffend - der Funktionsumfang ist jedoch sehr verschieden.

Wetter.com

Wetter.com ist der klare Spitzenreiter unter den Gratis-Diensten auf dem deutschen Markt. Satte 87 Prozent Genauigkeit liefert der Dienst seinen Nutzern. Die Wetterdaten können im 3-Stunden-Abgerufen werden, zusätzlich gibt es eine Vorhersage für die kommenden zwei Wochen. Der Service kann das Wetter für den gesamten Welt vorhersagen. Wetter.com stellt seinen Service in einer App und auf einer Homepage zur Verfügung. Beide sind sehr einfach zu verdienen und die Ladezeiten sind sehr kurz. Wie bei einem kostenlosen Dienst üblich, gibt es auch hier Werbung. Diese stört den Nutzer aber nicht sonderlich. Auch die Ladezeiten sind bei dem Anbieter erfreulich kurz.

Wetter.de

Sicher einer der bekanntesten Dienste im deutschen Sprachraum. Die Seite bietet für den aktuellen Tag die Prognose für den Morgen, den Vormittag, den Abend und die Nacht. Zusätzlich können Nutzer eine Prognose für die kommenden acht Tage abrufen. Und das mit einer erfreulichen hohen Genauigkeit. Wetter.de liegt zu 80 Prozent richtig. Betrachtet man die Vorhersage für die Temperatur gesondert, ist die Genauigkeit noch einmal höher. Nutzer können den Service von wetter.de über eine Homepage und die App nutzen. Ein wenig lästig ist in beiden Fälle die viele Werbung. Auf der Homepage beeinträchtigen die vielen Banner sogar die Ladezeiten.

Wetter.info

Der Dienst von Wetter.info ist sowohl als App als auch als Homepage erhältlich. Er macht den Nutzern die Daten des Wetterdienstes von Jörg Kachelmann zugänglich. Dabei ist der Dienst sehr detailliert. Für den aktuellen Tag wird das Wetter im 3-Stunden-Takt angezeigt. Zusätzlich kann der Nutzer einen Trend für die kommenden 15 Tage abrufen. Die Genauigkeit ist dabei sehr gut. Kachelmann liegt zu 81 Prozent richtig. Die Genauigkeit nimmt natürlich ab, je weiter die Prognose in die Zukunft hineinreicht. Die Bedienung von App und Homepage ist einfach und intuitiv. Jedoch lassen die Ledezeiten zu wünschen übrig.

Die iphone-Wetter-App

Apple hat seinen Smartphones eine eigene Wetterapp spendiert. Die Daten können nicht auf einer Homepage abgerufen werden. Der Aufbau der App ist sehr übersichtlich und liefert den Nutzern eine Vorhersage über die kommenden sieben Tage. Die Genauigkeit der Vorhersage lässt aber zu wünschen übrig - sie lieg bei 69,4 Prozent. Die App kann das Wetter stundengenau anzeigen. Ein nettes Feature - wenn denn die Genauigkeit größer wäre. Wer den Ort einstellt, an dem er sich gerade befindet, stellt schnell fest, dass die App so manches Mal daneben liegt.

Accuweather

Accuweather ist eine App für all diejenigen, die ein Android-Smartphone besitzen. Einen Service für Apple-Geräte bietet der Anbieter leider noch nicht an. Die große Stärke der App ist es, aktuelle Wetterdaten sehr genau anzuzeigen. Schwächen hat sie bei der Vorhersage - diese bezieht sich stets auf den kommenden Tag. Die App ist in der Lage das Wetter auf der ganzen Welt abzurufen. Über eine bequeme Suche kann der gewünschte Ort eingestellt werden. Allerdings müssen auch hier Abstriche gemacht werden. Accuweather kann nur auf Wetterstationen in kleinen Städten zugreifen. Wird ein kleiner Ort eingestellt. greift die App auf die Station in der nächst größeren Stadt zu - und das macht die Vorhersagen ungenau.

Zuverlässigkeit der Wettervorhersagen

War früher alles besser?

Gutes WetterDie Antwort auf diese Frage ist ganz klar nein. Die Wissenschaft hat sich über all die Jahre weiter entwickelt - und damit sind auch die Prognosen zuverlässiger geworden. Als Faustregel gilt: Die Wettervorhersage für eine Woche ist heute so genau, wie die Prognose vor 50 Jahren für einen Tag. Wir sind heute also in der Lage, das Wetter für sieben ziemlich genau vorherzusagen. Aber warum, liegt dann der Wetterbericht so oft daneben? Nun das hat viele Faktoren.

Ganz allgemein ist es einfacher, die Temperatur vorherzusagen als die übrigen Wetterphänomene. Auch sind wechselnde Wetterlagen im Sommer schwerer zu prognostizieren als beständige Situationen. Im Sommer kommen schlicht und einfach viele plötzliche Phänomene hinzu - dazu aber später mehr.

Zunächst einmal noch eine gute Nachricht: Der Deutsche Wetterdienst kann inzwischen mit einer Genauigkeit von 90 Prozent die Temperatur für den kommenden Tag vorhersagen. Es erinnert sich nur keiner an den Tag, an dem der Wetterbericht Recht hatte. Im Gedächtnis bleiben die zehn Prozent, an denen der Wetterbericht einmal wieder daneben lag. Eine solche falsche Prognose wird von vielen Faktoren beeinflusst. Schließlich haben Meteorologen keine Glaskugel - sondern müssen sich auf Modellrechnungen verlassen. Und die haben auch im 21. Jahrhundert noch einige Schwächen.

Die Gründe für eine falsche Vorhersage

Für falsche vorhersagen gibt es im Wesentlichen zwei Gründe.

1. noch unverstandene Wetterphänome

Das, was in der Atmosphäre genau geschieht, ist der Wissenschaft noch nicht in allen Einzelheiten bekannt. Hier muss noch viel Grundlagenforschung betrieben werden, um alle Phänomene genau deuten zu können. So ist zum Beispiel das Zusammenspiel von Wärme und Feuchtigkeit am Boden und den tiefliegenden Luftschichten noch nicht genau erforscht. Dieses Zusammenspiel beeinflusst das Wetter aber enorm - und so kommt es immer wieder dazu, dass auch die Wissenschaft überrascht wird. Auch haben die Meteorologen noch nicht herausgefunden, was genau in der Atmosphäre geschieht. Das liegt vor allem daran, dass noch nicht alle notwendigen Daten erhoben werden können. Nicht an allen Orten stehen Wetterstationen - vor allem in schwer zugänglichen Gebirgen gibt es noch große Lücken. Der Wetterradar ist technisch noch nicht so weit, dass er wirklich alle Täler abdecken kann. Und auch Wetterballons sind noch nicht so weit entwickelt, dass sie diese Gebiete untersuchen können.

Das sind die Gründe dafür, dass die Wissenschaftler nicht genau wissen, was in der Atmosphäre passiert - und vor allem auch nicht wissen, wie und wann etwas geschieht. Die Zusammenhänge sind in vielen Fällen noch unklar - und können damit auch nicht in die Rechenmodelle eingetragen werden. Das führt immer wieder zu Ungenauigkeiten.

2. der nicht-vorhersehbare Teil des Wetters

Gewitter im AnmarschTrotz aller Technik, gibt es immer noch einen Teil des Wettergeschehens, den Wissenschaftler noch nicht vorhersehen können. Das Betrifft nicht die großen Phänomene wie Hoch- und Tiefdruckgebiete. Sondern vielmehr kleine Ereignisse, die auch einmal nur lokal auftreten können. Aber diese kleinen Ereignisse können das Wetter in einem großen Gebiet immens beeinflussen. So kann zum Beispiel ein Regenschauer in den Alpen das Wetter im gesamten Alpenraum verändern. Und dieser kleiner Regenschauer kann so plötzlich auftreten, dass ihn die Wissenschaftler nicht vorhersehen konnten. Auch sind die Wettermodelle noch nicht so genau, dass sie solch kleine Ereignisse mit erfassen können.

Rechenfehler erschweren die Prognose

Wir haben schon davon gesprochen, dass der Wettervorhersage ein Modell zugrunde liegt. Meteorologen schauen nicht einfach an den Himmel und wissen, wie das Wetter wird. Sie berechnen ihre Vorhersage. Und dafür brauchen sie eine Menge Daten. Diese werden von zahlreichen Messgeräten geliefert - und fließen alle in einem Computer zusammen. Dieser rechnet dann auf der Grundlage dieser vielen Messungen aus, wie das Wetter wird. Ein Prozess, der sehr viel Rechenleistung notwendig macht. Im Grunde sogar mehr Leistung, als wir heute zur Verfügung haben. Und das führt immer wieder zu kleinen Fehler in der Rechnung - und damit auch zu falschen Vorhersagen. Denn schon ein kleiner Fehler, kann dafür sorgen, dass der Wetterbericht ordentlich daneben liegt.